Heute morgen werde ich von strahlend blauem Himmel auf meinerr Dachterasse geweckt. Unter mir durch das Tal ziehen Nebelschwaden. Ein imposanter Anblick. Nach Frühstück in meinem Ristorante gehts dann 9:30 los. Die ersten 25 km verlaufen großteils bergab, so daß ich in Motovun wieder auf 0 Höhenmetern bin. Das ganze ist wieder die übliche Buckelpiste. Teilweise fahre ich über Geröllfelder mit faustdickem Schotter.
Meine Gepäcktaschen springen am Rad im Galopp, ein bißchen mulmig ist mir dabei, wenn ich an meine Fotoausrüstung denke. Aber die Strecke ist wirklich imposant, es geht durch Tunnel und über Bogenbrücken die kleinere Schluchten überspannen. Viel sehenswerter kann eine Fahrradstrecke nicht sein. Ab Motovun gehts dann wieder aufwärts auf 280 Höhenmeter. Bei einer Rast gegenüber der Burg von Motovun treffe ich auf eine deutsche Reisewandergruppe.
Nachdem ich erzähle, das ich bis nach Dubrovnik will, werde ich zur Hauptattraktion der Reisegruppe und werde bis aufs kleinste mit Fragen ausgequetscht.
Die ersten 50km laufen heute wie ein Länderspiel, meine Beine scheinen vor Kraft zu strotzen, es macht einfach unglaublich Spass den Parenzana zu fahren. Nach einer Rast in einem Ristorante merke ich dann aber plötzlich die Folgen meiner rasanten Fahrt heute.
Bis Porec sinds zum Glück nur noch 15 km. Die letzten 10km beschlie0e ich dann Straße zu fahren um Kräfte zu sparen.
Der Campingplatz im Norden von Porec den ich eingeplant hatte, stellt sich als nur Autocamping heraus, kein Platz für mein kleines Zelt. Der nächste Camping ist südlich von Porec, so kann ich mir auf der Fahrt dorthin noch Porec ein wenig anschauen.
Bei meiner Stadtrundfahrt in Porec steuere ich plötzlich auf eine Menschengruppe zu, die mir zujubelt. Nach anfänglicher Verblüffung fange ich an zurück zu winken und erkenne die Reisegruppe wieder, die ich eben noch auf dem Parenzana getroffen hatte. Super so ein Empfang hier.
Bis zum Camping werden es dann heute doch noch 70km. Der Campingplatz ist direkt an der Adria gelegen, so komme ich gleich zum Anbaden in der Adria. Abends gibts dann noch Sonnenuntergang über dem Meer.





Freitag, 23.09.2016
Heute morgen weiß ich noch nicht so richtig, wie es weitergeht. Eigentlich würde ich gerne eine Pause einlegen, meine Beine könnten das gebrauchen, aber auf dem Campingplatz gefällts mir hier nicht.
Alles zu groß, die Caravans stehen aufgereiht wie in der Reihenhaussiedlung. Es ist zwar alles da über Restaurants, Bars, Minimarkt ... ich mags aber lieber kleiner und beschaulicher. Jetzt weiß ich auch endlich warum die Caravans alle Fahrräder drangeschnallt haben.
Die Wege auf so nem großen Campingplatz sind schon lang. So pendeln hier die Fahrräder zwischen Klo Supermarkt und Strand.
Ich beschließe erstmal nach Porec reinzufahren, vielleicht sollte ich Rovinj weglassen (eigentlich mein nächstes Reiseziel) und direkt auf die andere Seite von Istrien fahren. Ich bummele erstmal durch Porec und komme auch am Hafen entlang. Hier werden Ausflugsfahrten in den Limfjord oder auch nach Rovinj angeboten. ...Rovinj??! Jepp, ich frage mich bei den Booten durch ob mich jemand mit meinem bepackten Bike mitnimmt und werrde tatsächlich fündig. 13Uhr solls losgehen. Genügend Zeit um noch Porec etwas zu erkunden.
Ich lasse mich erstmal etwas abseits vom Hafen auf einer Parkbank nieder. Von irgendwo hinter mir wehen Klänge von Klavier und Violine heran. Irgend etwas in Moll, Smetana ähnlich, ich lasse mich mit Blick aufs Meer verzaubern. Irgendwann ist die Musikstunde hinter mir beendet, schade, und ich begebe mich zum Boot. Der Tag geht genauso weiter, ich sitze vorne im Boot und genieße die Fahrt vorbei an den Küstenlanschaften, durch den Limfjord mit Piratenhöhle. Das Highlight ist aber die Einfahrt in Rovinj. Wie die Stadt mit ihren alten Gemäuern und der alles überragenden Kirchturmspitze sich über dem Meer errhebt ist schon äußerst sehenswert.
In Rovinj streife ich durch die Gassen. Porec war schon sehenswert, aber Rovinj mit seinem Gassengewirr ist der Hammer. Fotomotive ohne Ende.
Am späten Nachmittag gehts dann raus zum Campingplatz. Ich muß mich beeilen, wenn ich noch Reiseberichte schreiben will, um 8Uhr ist es mittlerweile stockduster.






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