Mittwoch, 28. September 2016

Sonntag, 25.09.2016

Für mich ist heute Ruhetag. Frühs gehts erstmal runter zum Strand in ein kleines Bistro, wo es Croissants zum Frühstück gibt. Ganz ohne Fahrrad geht es aber auch heute nicht, aber immerhin mit unbeladenem Bike fahre ich dann nach Cres (Ort). Cres ist nur eine kleine Ortschaft, vielleicht 2500 Einwohner. An der Hafenpromenade spielt sich hier das gesamte Touriistenleben ab. Hier ist Bar an Restaurant an Cafe ... alles bunt belebt.
Viel mehr zu sehen gibt es hier allerdings nicht. Ich streife ein Stück durch die Hintergassen, die den Vorteil haben durch ihre Enge etwas kühler zu sein. Auch zieht es mich irgendwie von dem ganzen Touristengewusel ein Stück weg. Danach gehts wieder zurück zum Camping und runter zum Strand. Heut ist Badetag angesagt. Interessant an der Insel Cres ist noch, das die gesamte Trinkwasserversorgung der Insel von einem See namens Vrana erfolgt.
Ironie des Schicksals das ausgerechnet ich mit Sirup verseuchten Trinkflaschen über die Insel gerollt bin. Zu besichtigen ist der See allerdings nicht, die Berghänge um den See sind Sperrgebiet und nur für wenige Einheimische erlaubt.


Montag, 26.09.2016

Heute geht die Tour weiter. Frühstück mit Croissants gibts in Cres. Bis zur Fähre sind es 14km, allerdings ist die Fähre wieder auf der anderen Inselseite, das heißt für mich ich muß die ersten 6km wieder auf 350m hoch. Um 10 Uhr komme ich dort dann an, die nächste Fähre geht um 11:00 Uhr, so das ich noch Zeit habe.
Mit der Fähre geht es dann zu der Insel Krk. Hier habe ich aber nur einen Zwischenaufenthalt, ich will von hier aus gleich weiter nach Rab. Ankommen auf Krk tue ich um 12Uhr, die nächste Fähre nach Rab geht aber erst um 16:00 Uhr, so habe ich viel Wartezeit. Ich suche mir ein schattiges Plätzchen an einem abgelegenen Parkplatz unter Bäumen und vertreibe mir die Zeit mit lesen.
Kurz nach mir treffen noch 2 andere Reiseradler auf dem Parkplatz ein, augenscheinlich Franzosen, die aber nichts mit mir zu tun haben wollen und auch schnell wieder verschwunden sind. Etwas später kommt der nächste Reiseradler ähnlich wie ich bepackt und zusätzlich noch mit Radanhänger. Mit ihm komme ich schnell ins Gespräch. Jeljko ist Kroate, hat zur Zeit Urlaub und verbringt diesen mit einer Radreise. Meist campt er wild hier an den besten Plätzen. Im Moment ist er auf dem Weg zu seinem Bruder auf Rab.
Er erzählt mir, das er vor 20 Jahren mal in München gearbeitet hat, danach ist er nach Kroatien zurückgegangen und hat seine eigene Firma aufgemacht. Am Anfang noch mit vielen Angestellten. Er erzählt mir das er damals viele Tabletten schlucken mußte, um das zu bewältigen. Irgendwann hat er dann einen Schnitt gemacht und seine Firma drastisch verkleinert und ist damit wesentlich glücklicher und ihm gehts sichtlich wieder besser.
Kurzerhand lädt er mich mit zu seinem Bruder nach Lopar auf der Insel Rab ein. Ich nehme das dankend an, weit komme ich heute sowieso nicht mehr.
In Lopar kommen wir dann 17Uhr mit der Fähre gemeinsam an. Bis zum Haus seines Bruders sind es noch ca. 2km. So komme ich heute auf satte 16 geradelte km.
Bei seinem Bruder lerne ich kroatische Gastfreundschaft kennen. Ohne viele Umwege werde ich in die Familie integriert und bekomme kroatische Bohnen-Graupen-Suppe zum Abendbrot serviert. Ich kriege ein eigenes Zimmer im Haus, super. Abends sitzen wir dann noch auf der Terasse des Hauses, das wirklich eindrucksvoll aussieht, wie es mit violetten Begonien überzogen ist, und trinke mit den Brüdern Bier.


Dienstag, 27.09.2016

Jeljko begleitet mich heute noch ein Stück auf der Insel Rab. Er zeigt mir den Badestrand von Lopar, einer der wenigen Sandstrände hier. Unterwegs erklärt er mir, das wir hier auf der vom Bora verschonten Seite der Insel fahren, so ist hier viel bewachsen, auf der anderen Seite der Insel sieht das anders aus.
Auf der Mitte der Insel verabschiedet er sich und fährt weiter zum nächsten Hafen. Das war wirklich eine Super Begegnung, die Kroatien mir ein ganzes Stück näher gebracht hat.
Den Rest der Strecke bis zur Fähre fahre ich dann alleine wieder weiter. Ca.30km bin ich so auf der Insel Rab geradelt. Danach gehts mit der Fähre wieder ans Festland rüber. Und wie nicht anders zu erwarten, muß ich mich nach der Fährfahrt wieder 300m nach oben schrauben, wo ich dann auf der Küstenstrße weiter fahre. Bis Prizna fahre ich die Küstenstraße bei einem beeindruckenden Panorama, links von mir die Gebirgshänge des Velebit und rechts unter mir die Adria. Die Küstenstraße ist wirklich traumhaft.
Bei Prizna geht es mit der Fähre nach 1,5h Wartezeit dann zur Insel Pag. Pag sieht von der Fähre aus wie ein riesiger Sandhaufen  mit Geröll. Regelrecht lebensfeindlich sieht die Insel auf dieser vom Bora zerstörten Seite aus. Meine Trinkvorräte sind auch fast aufgebraucht. Ich hatte keine Lust die überteuerten Preise an den Häfen für Getränke zu bezahlen. So fahre ich durch eine fast wüstenhafte Gegend und rechts von mir tauchen am Straßenrand wie Fata Morganas immer wieder die Getränkereklamen der Supermärkte auf. Reiner Psychoterror :).
Nachdem ich die Hügelkuppe überwunden habe, nimmt die Vegetation zu. Die ganze Insel ist von Steinmauern durchzugen, die dem Wind des Bora trotzen sollen und die Vegetation halten sollen. Eine beeindruckende Kulisse zum Radfahren. Vor mir die sandgelbe Insel Pag, dahinter die blaue Adria und im Hintergrund erhebt sich das Küstengebirge des Festlands. Ich radle heute bis Simeni, das ist irgendwo in der Mitte der Insel Pag ein riesiger Campingplatz. Bis dorthin werden es heute 72km.



Mittwoch, 28.09.2016

Ich starte am Camping Simuni heute gegen 9:30 nach Croissant Frühstück in der Camping Bar hier. Wahnsinn diese riesigen Campingplätze hier, ausgestattet mit mehreren Restaurants, Einkaufsmärkten, Geldautomaten ... Wohlfühlen tue ich mich hier trotzdem nicht so richtig in diesen Campingstädten.
Es geht weiter durch die nur mit spärlicher Vegetation versehene Insel Pag. Nach ca. 15km komme ich oberhalb der Stadt Pag heraus, die unter mir im Tal ein prächtiges Panorama mit den Bergen des Festlandes im Hintergrund abgibt.
Spätestens ab Mittag brennt die Sonne dann wieder unerbittlich, unglaublich zu dieser Jahreszeit, aber ich will mich nicht beschweren, das schöne Wetter hab ich schließlich bestellt :). Ein genaues Ziel hab ich heut noch nicht.
Benkovac hatte ich mir so gedacht, das liegt so etwa im 90km Radius. Unterwegs kann ich meine Strecke zweimal abkürzen. Beim erstenmal eine neugebaute Straße die wunderbar geradlinig und eben verläuft, scheinen nicht viele zu kennen, so hab ich diese für mich allein und kann ein paar km fressen.
Die 2. Abkürzung die ich mir suche wird plötzlich zur Schotterpiste, hab ich an und für sich nichts dagegen, kaum Verkehr denke ich. Das Blöde sind nur die Baufahrzeuge, die hier durchrasseln und mich immer wieder in eine dicke weißee Staubwolke einhüllen. Bald bin ich weiß bepudert.
Nach 84km komme ich dann in Benkovac an, Pag hab ich inzwischen über eine Brücke verlassen. Es ist 16:30 und viel gibts hier nicht. Also weiter denke ich, bis zum Krka Nationalpark sinds noch 40km. Hoffentlich schaffe ich das, kommt ein bißchen auf das Gelände an, wenns zu bergig jetzt noch wird, kanns schwierig werden. Die ersten 20km laufen aber wie ein Länderspiel, schön eben und ich kann schön km schrubben.
Nach 100km schmeiße ich mir eine von meinen Kohlenhydrat Notfallrationen ein. Es wird nochmal etwas hügelig, aber nicht wirklich schlimm. Und so komme ich dann nach 122km (neuer persönlicher Rekord mit soviel Gepäck) in Skradin am Nationalpark an.
Dort quartiere ich mich in einem Zimmer in einem Restaurant ein. Es gibt zwar auch einen Camping hier, aber ich muß mal wieder alle Elektro Geräte aufladen und bei Licht meine Reiseberichte schreiben, und so sitze ich im Moment hier im Restaurant bei Radler, lasse es mir gut gehen und schreibe ...
Viele Bilder gibts heut nicht, heut war Kampfradeltag.

Sonntag, 25. September 2016

Samstag, 24.09.2016

Heute ist so ein Tag, der unter dem Motto steht: "Hät ich das doch nur vorher gewußt".
Zum Frühstück gehts heut früh erstmal nach Rovinj in eine kleine Bar am Hafen. 9:30 bin ich dann startklar. Aus Rovinj raus geht es stetig bergauf, bis auf 350 Höhenmeter. Heute fahre ich den ganzen Tag Landstraße, die Zeite der beschaulichen Fahrradwege ist vorbei.
So muß ich estmal viel Auspuffgase schlucken, bis eine Autobahn die Ausfallstraße aus Rovinj quert und das Verkehrsaufkommen deutlich abnimmt. Bei Kanfana beschließe ich einen Abstecher nach Dwigrad zu machen. Das soll ein verlassenes Geisterdorf sein. Der Abzweig nach Dwigrad beschert mir eine rasante Abfahrt und ich büße gleich 150 Höhenmeter ein. Oh nein, nicht das ich Abfahrten nicht mag, aber das muß ich gleich wieder hoch. Das Geistedorf stellt sich eher als Burgruine heraus, da hatte ich anderes erwartet. ("hät ich das doch nur vorher gewußt"). Also wieder hoch und weiter. Zu meinem Leidwesen habe ich heute auch noch Gegenwind, nicht sehr stark, aber ausreichend um mir das radeln schwer zu machen.
Hinter Barban kriege ich eine rasante Abfahrt ins Tal der Rasa. Innerhalb weniger Minuten sind meine erkämpften Höhenmeter wieder pfutsch. Bis zur Fähre in Brestova ist es noch ein ganzes Stück und ich ahne es bereits da kommt noch ein Höhenzug über den ich drübermuß und so ist es auch und ich kämpfe mich wieder auf über 300 Höhenmeter hoch, um danach in Schußfahrt auf die Fähre in Brestova zu zuschießen. Mit der Fähre geht es dann nach Porozina im Norden der Insel von Cres. Mittlerweile ist es 17:50 und ich hab von der Fähre schon den  gebirgigen Charakter von Cres bewundern dürfen. Bis Cres (Ort) selbst, wo der nächste Campingplatz ist, sind es noch 20km, vorm dunkelwerden bei den Bergen nicht mehr zu schaffen.
So erkundige ich mich erstmal hier an der Anlegestelle nach Übernachtungsmöglichkeiten. Da solls vielleicht was geben, kriege ich heraus, aber so richtig komme ich da nicht weiter. Kurzentschlossen schwinge ich mich aufs Rad um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln. Weiter... es geht berghoch 450 Höhenmeter auf 10km. Ich hab schon 90km in den Beinen heute so brauche ich eine Stunde dafür. Neben mir sehe ich im Westen die Sonne untergehen. Viel Zeit für Fotostops nehme ich mir nicht. ich bin beeindruckt wieviel Kraft man noch aus seinen Beinen herausholen kann, wenn man muß. Die Bilder von der steinigen Insel Cres und der untergehenden Sonne über der Adria bei meiner Kampffahrt werde ich wohl so schnell nicht mehr vergessen.
Als ich den Gipfel erreiche ist es fast dunkel, weitere 5km und ich sehe den Ort Cres unter mir im Dunkeln leuchten. Ein Jubelschrei entringt sich mir.
Nichts gegen wildcampen, aber heute wäre echt ungünstig gewesen, ich habe kein Wasser mehr an Bord, am letzten Supermarkt hab ich versehentlich Sirup statt Limonade gekauft, so sind meine Trinkflascheen mit diesem ekelhaften süßen Zeug verklebt.
In Schußfahrt geht es auf Cres nach unten zu, viel mehr als die Mittelmarkierung der Straße sehe ich bei meiner spärlichen Fahrradbeleuchtung nicht mehr. Wenige Minuten später stehe ich auf dem Campingplatz und baue im Dunkeln intuitiv mein Zelt auf.
116 km sind es so heute geworden und gefühlt genauso viele Höhenmeter.
Auf dem Campingplatz bin ich so kaputt, das ich erstmal den falschen Sanitärbereich aufsuche, fröhliches Frauengekicher macht mich darauf aufmerksam, das ich auf der falschen Seite sitze. Mist, ich schüttle mein "langes" Haupthaar und schleiche mich vorsichtig wieder hinaus.
Glücklicherweise gibt es eine Pizzeria auf dem Platz hier und so landet dann eine riesige Pizza auf einem Kuchenteller auf meinem Tisch. Normalerweise viel zu viel für mich, aber heute verschwindet die Monsterpizza innerhalb von 5min im Nirvana meines Magens.
Noch 2 Radler dazu und ich bin wunschlos glücklich für heute.

Freitag, 23. September 2016

Donnerstag, 22.09.2016

Heute morgen  werde ich von strahlend blauem Himmel auf meinerr Dachterasse geweckt. Unter mir durch das Tal ziehen Nebelschwaden. Ein imposanter Anblick. Nach Frühstück in meinem Ristorante gehts dann 9:30 los. Die ersten 25 km verlaufen großteils bergab, so daß ich in Motovun wieder auf 0 Höhenmetern bin. Das ganze ist wieder die übliche Buckelpiste. Teilweise fahre ich über Geröllfelder mit faustdickem Schotter.
Meine Gepäcktaschen springen am Rad im Galopp, ein bißchen mulmig ist mir dabei, wenn ich an meine Fotoausrüstung denke. Aber die Strecke ist wirklich imposant, es geht durch Tunnel und über Bogenbrücken die kleinere Schluchten überspannen. Viel sehenswerter kann eine Fahrradstrecke nicht sein. Ab Motovun gehts dann wieder aufwärts auf 280 Höhenmeter. Bei einer Rast gegenüber der Burg von Motovun treffe ich auf eine deutsche Reisewandergruppe.
Nachdem ich erzähle, das ich bis nach Dubrovnik will, werde ich zur Hauptattraktion der Reisegruppe und werde bis aufs kleinste mit Fragen ausgequetscht.
Die ersten 50km laufen heute wie ein Länderspiel, meine Beine scheinen vor Kraft zu strotzen, es macht einfach unglaublich Spass den Parenzana zu fahren. Nach einer Rast in einem Ristorante merke ich dann aber plötzlich die Folgen meiner rasanten Fahrt heute.
Bis Porec sinds zum Glück nur noch 15 km. Die letzten 10km beschlie0e ich dann Straße zu fahren um Kräfte zu sparen.
Der Campingplatz im Norden von Porec den ich eingeplant hatte, stellt sich als nur Autocamping heraus, kein Platz für mein kleines Zelt. Der nächste Camping ist südlich von Porec, so kann ich mir auf der Fahrt dorthin noch Porec ein wenig anschauen.
Bei meiner Stadtrundfahrt in Porec steuere ich plötzlich auf eine Menschengruppe zu, die mir zujubelt. Nach anfänglicher Verblüffung fange ich an zurück zu winken und erkenne die Reisegruppe wieder, die ich eben noch auf dem Parenzana getroffen hatte. Super so ein Empfang hier.
Bis zum Camping werden es dann heute doch noch 70km. Der Campingplatz ist direkt an der Adria gelegen, so komme ich gleich zum Anbaden in der Adria. Abends gibts dann noch Sonnenuntergang über dem Meer.



Freitag, 23.09.2016

Heute morgen weiß ich noch nicht so richtig, wie es weitergeht. Eigentlich würde ich gerne eine Pause einlegen, meine Beine könnten das gebrauchen, aber auf dem Campingplatz gefällts mir hier nicht.
Alles zu groß, die Caravans stehen aufgereiht wie in der Reihenhaussiedlung. Es ist zwar alles da über Restaurants, Bars, Minimarkt ... ich mags aber lieber kleiner und beschaulicher. Jetzt weiß ich auch endlich warum die Caravans alle Fahrräder drangeschnallt haben.
Die Wege auf so nem großen Campingplatz sind schon lang. So pendeln hier die Fahrräder zwischen Klo Supermarkt und Strand.
Ich beschließe erstmal nach Porec reinzufahren, vielleicht sollte ich Rovinj weglassen (eigentlich mein nächstes Reiseziel) und direkt auf die andere Seite von Istrien fahren. Ich bummele erstmal durch Porec und komme auch am Hafen entlang. Hier werden Ausflugsfahrten in den Limfjord oder auch nach Rovinj angeboten. ...Rovinj??! Jepp, ich frage mich bei den Booten durch ob mich jemand mit meinem bepackten Bike mitnimmt und werrde tatsächlich fündig. 13Uhr solls losgehen. Genügend Zeit um noch Porec etwas zu erkunden.
Ich lasse mich erstmal etwas abseits vom Hafen auf einer Parkbank nieder. Von irgendwo hinter mir wehen Klänge von Klavier und Violine heran. Irgend etwas in Moll, Smetana ähnlich, ich lasse mich mit Blick aufs Meer verzaubern. Irgendwann ist die Musikstunde hinter mir beendet, schade, und ich begebe mich zum Boot. Der Tag geht genauso weiter, ich sitze vorne im Boot  und genieße die Fahrt vorbei an den Küstenlanschaften, durch den Limfjord mit Piratenhöhle. Das Highlight ist aber die Einfahrt in Rovinj. Wie die Stadt mit ihren alten Gemäuern und der alles überragenden Kirchturmspitze sich über dem Meer errhebt ist schon äußerst sehenswert.
In Rovinj streife ich durch die Gassen. Porec war schon sehenswert, aber Rovinj mit seinem Gassengewirr ist der Hammer. Fotomotive ohne Ende.
Am späten Nachmittag gehts dann raus zum Campingplatz. Ich muß mich beeilen, wenn ich noch Reiseberichte schreiben will, um 8Uhr ist es mittlerweile stockduster.


Mittwoch, 21. September 2016

Mittwoch, 21.09.2016

Ich stürze mich heuze früh wieder in die Altstadtgassen von Triest. Triest ist Rollerstadt, so hetze ich mit den Rollern hier um die Wette von Ampel zu Ampel. Nachdem ich genug vom Stadtgewimmel habe, geht meine Tour dann gegen Mittag weiter.
Erst muß ich mich durch 10km Vorstadt kämpfen, um dann am Parenzana anzukommen. Der Parenzana ist wieder eine ehemalige Eisenbahntrasse, die zur Fahrradstrecke umgebaut wurde. Gleich am Anfang fahre ich in Slovenien ein. Die Strecke ist hier wirklich gut ausgebaut und großteils asphaltiert. Ein Teil der Strecke verläuft direkt auf der Ufermauer am Meer, hier entlanzubrausen macht unglaublich Laune. Nach 35km lasse ich dann Slovenien hinter mir und fahre in Kroatien ein (womit ich mir meinen Blogtitel erstmal verdient hätte).
Ab hier gibts nur noch Schotterpiste, teilweise weiche ich auf eine parallel verlaufende Straße aus, auf Dauer ist der Schotter ganz schön mühselig zu fahren. Auf der Strecke treffe ich dann 2 Kroaten, die mir empfehlen in Groznian Halt zu machen. Das mache ich dann auch, nach 72km komme ich dann in Groznian an und bin bis hier wieder auf 300m Höhe hochgeklettert. Groznian ist ein superkleines ovales Dorf aus mittelalterlichen Häusern, die mit Efeu und Wein überrankt sind, einfach nur zauberhaft. Trotz das, das Dorf so klein ist, gibt es unglaublich viele Ecken und Gäßchen zu entdecken.
Hier haben sich einige Künstler niedergelassen mit Galerien und Keramikläden. Unterkunft finde ich in einem Zimmer in einem Ristorante. Von der Dachterasse vor meinem Zimmer habe ich einen genialen Blick über die Dächer ins Tal.
Hier kann man sichs wirklich gut gehen lassen.  Und das Internet funktioniert hier auch endlich.

Dienstag, 20. September 2016

Samstag, 17.09.2016

4:50 fährt mein Zuge von Weimar los. Irgendwie schaffe ich es zu dieser für mich ungewöhnlichen Zeit rechtzeitig zum Bahnhof.
Bis Hof ist alles gut, dann ist der Zug plötzlich voll mit randalierenden Fußballfans und Fahrgästen in Lederhose und Dirndl.
Die Mischung machts. In München bin ich die lautstarken Mitfahrer dann los. Dafür ist im Zug nach Villach mein reservierter Fahrradstellplatz mit Gepäck vollgestapelt.
So quetsche ich mich mit meinem Radl (so heißt das hier, obwohl an meinem vollgepacktem Bike nichts mehr niedlich ist) vor die  Klotür und blockiere dazu noch Ein- und Ausstieg.
Zum Glück findet sich ein Schaffner der den Zug für mich nach einem letzten freien Plätzchen absucht und dann auch fündig wird.
Gegen 17Uhr bin ich dann in Villach. Ich will noch zum Faaker See. Die 15km dorthin sind auch schnell geschafft. Der hiesige Campingplatz ist ziemlich durchgeweicht und auch der Himmel sieht durchweg trübe aus, aber noch hält das Wetter.
Eigentlich sollte ich nach der Zugfahrt noch Energie haben, aber irgendwie ist mir bei dem trüben Wetter nur nach schlafen. Wenn da nur nicht die Alpengaudi-Volksmusik aus dem nahen Wirtshaus wäre, also muß ich mich mit Alptraum-Volksmusik in den Schlaf wiegen.

Sonntag, 18.09.2016

9Uhr steht mein Rad bepackt und abfahrbereit vor der Rezeption und meine heutige Tour geht bei eingetrübtem Himmel los. Nach 30km bin ich an der italienischen Grenze, aber auch hier geschieht kein Wunder und statt blauem Himmel geht jetzt ein Dauerregen los.
So gehts dann im Vollschutz weiter. Bis hier hin war die Strecke ziemlich mühselig, größtenteils Feldwege umd stetig bergan, aber nach weiteren 10 km stoße ich dann auf eine ehemalige Bahntrasse die zum Fahrradweg umgebaut wurde und dann rollts auch wieder. Der Fahrradweg ist hier wirklich schön. Man rollt am Berghang über einem malerischen Alpental durch das sich einer der größten Wildwasserflüsse der Alpen pflügt.
So wechseln sich Tunneldurchfahrten immer wieder mit gigantischen Aussichten auf den Fluß im Tal ab.
Nach 75km geht mir dann langsam der Treibstoff aus und ich mache an einem Bikertreff halt.. komische Fahrradmarken haben die hier .."Harley Davidson", und die Typen hier sehen auch nicht so aus als ob die mehr als 30m auf nem richtigen Bike zurücklegen könnten, schon gar nicht in diesen dicken Lederklamotten.
Was solls Pasta gibts jedenfalls hier bei den komischen Bikern.
Da ich mir so einen supertollen Campingplatz am See für heute ausgesucht habe, heißt das für mich nochmal zum Ende der heutigen Tour auf die letzten 10km Höhenmter schlucken, nur 200 aber die tun nochmal richtig weh.
18Uhr fahre ich dann nach 102km auf meinem super Campingplatz ein und werde nicht enttäuscht.
Lago di Cavazzo nennt sich der kleine idyllische See.
Nur zum Badengehen lädt das Wetter immer noch nicht ein. Dafür gibts hier ne schöne kleine Bar, an der ich gemütlich sitzen kann und die ersten Reiseberichte eintippen kann und von besserem Wetter träumen kann.


Montag, 19.09.2016

Hurra die Sonne scheint. Es treiben noch Wolkenfetzen am Himmel, aber das Blau ist endlich wieder zu sehen.
Um 9Uhr sitze ich auf meinem bepackten Rad und folge wieder dem Alpe Adria Radweg. So geht es abwechselnd über Feldwege und Nebenstraßen in Schlängellinie Richtung Süden.Schnell bin ich aus den Alpen raus, die eine beeindruckende Kulisse hinter mir bilden.
Anfangs geht es von einem Hügeldorf zum nächsten, warum müssen die ihre Kirchtürme immer auf den Hügelspitzen errichten und warum muß der Radweg es sich zum Ziel setzen auch ja keine Kirchturmspitze auszulassen. So geht es erst mal schön immer wieder hoch und runter, ich sammle sie alle ein die Kirchturmspitzen.
Nach 50km erreiche ich Udine. Nachdem ich mich durch die Vorstädte gequält habe, stehe ich in einer sehenswerten Innenstadt, mit bezaubernden Gässchen und Plätzen. So pilgere ich zur Piazza Matteotti mit seinen Cafes und weiter zur Piazza della Liberta mit der Loggia de Lionello, welcher wirklich prächtig aussieht.
Nach dieser leider sehr knappen Besichtigung gehts weiter, ich will noch Aquillera erreichen. 20km hinter Udine treffe ich auf eine deutsche Reisegruppe, die sich verfahren hat, also übernehme ich die Führung, oder besser mein GPS. Ganz angenehm so in der Gruppe zu radeln, irgendwie geht es so leichter. Kurz vor Palmanova muß ich die Gruppe aber verlassen, irgendwas stimmt mit meinem Rad nicht, seltsame rhytmische Geräusche vom Hinterrad und die Hinterradbremse ist auf einmal unwuchtig.
Nach genauerer Untersuchung stelle ich fest, das meine Hinterradfelge aufgeplatzt ist und bei weiterer Deformation droht das gesamte Rad zu blockieren. Laut meiner GPS App gibts in Palmanova einen Fahrradladen (dank an Fabian, Osmand ist Gold wert!). Das heißt 5km schieben um nicht schlimmeres zu riskieren. Im Fahrradladen sagt man mir dann Hilfe bis morgen 11Uhr zu. Das Hinterrad muß gewechselt werden.
Eine Übernachtung wird mir hier auch schnell organisiert und ich kriege Fahrservice zum Hotel. Echt super nett die Leute. Für mich heißt das für heute nach 85km Schluss und den Tag genießen, ich hoffe die Radreise kann dann ab morgen Mittag weitergehen.
Insgesamt noch Glück gehabt, das mir das hier passiert ist und nicht irgendwo im kroatischen Outback.
Abends in der Pension versuche ich dann meine ersten Berichte online zu stellen. Aber die Internet Verbindung war so grottenschlecht, so was hab ich noch nicht gesehen. Eine halbe Stunde um die Googel Seite zu laden.
Beim Einloggen in meinen Blogger Account bei Google, meint dann Google, verdächtige Anmeldung aus Italien, jetzt bin ich dran und muß meine Identität beweisen um in MEINEN verfluchten Account zu kommen. Sicherheitsfrage von Google: "In welchem Jahr und Monat haben Sie ihren Account bei Google eröffnet?" ...Hä??, bitte nicht, das weiß vielleicht die NSA aber ich doch nicht mehr. Irgendwie geht es dann über SMS und Codewörter das ich doch noch in meinen Account komme ..inzwischen ist eine weiter Stunde vergangen.
Aufbau meiner Bloggerseite im Explorer ..., vorgeschriebenen Text in Blog reinkopieren geht schnell, Bilder hochladen ...das wars dann ich sehe nur noch Eieruhren, nichts geht mehr, der Hotelanschluß meldet mir das Datenvolumen ist begrenzt ...Hilfe Hilfe worauf denn 1kB Bandbreite, ich hab doch noch gar nichts gemacht. Ich habe fertig für heute mit Internet, morgen mit einer besseren Verbindung versuche ich das Ganze nochmal.




Dienstag, 20.09.2016

Ich habe Zeit heute vormittag bis 11Uhr. So mache ich eine Stadtbummel durch Palmanova. Palmanova ist eine Planstadt, deren Anlage im 16.Jh.am Reißbrett entstanden ist, alles ist sternförmig um die Hauptplaza angeordnet und von einem Erdwall außen umgeben, der nur von den Stadttoren durchbrochen ist. Wirklich sehenswert ist aber nur die Hauptplaza.
Pünktlich 11Uhr hole ich mein Fahrrad ab, der Fahrradmonteur hatte am gestrigen Tag noch mitbekommen, das ich bis Dubrovnik will und das Rad daraufhin nochmal durchgecheckt und mein Tretlager auch noch gleich gewechselt. Wirklich super super Service. Gegen Mittag hängt all mein Gepäck wieder am Rad und los gehts. Naja zumindest 5km, vor mir braut sich eine riesige Gewitterfront zusammen. Sch.. genau in die Richtung muß ich, so auf freiem Feld wo ich hier bin, will ich nicht unbedingt ins Gewitter geraten. So sprinte ich den Hügel vor mir hinauf, wo ich einige hohe Bäume und ein Anwesen ausgemacht habe.
Kaum dort angekommen geht es auch schon los, ich flüchte mich unter das Vordach des Hauses. Die Bewohner, ein älteres Ehepärchen haben ihren Außengast mittlerweile auch mitbekommen und bitten mich auf einen Kaffee herein. So verbringe ich das Gewitter bei Pfannkuchen und gutem Kaffee und versuche mich mit den beiden zu verständigen. Ich weiß nicht warum ich englisch spreche, auf deutsch würden die beiden genauso viel verstehen. Aber irgendwie kommen doch immer Gesprächsfetzen durch, welche wir mit kräftigem Nicken bestätigen.
So gestärkt und begeistert von der italienischen Gastfreundschaft geht es dann mittlerweile nachmittags weiter.
In Aquileia mache ich kurz Stop und besichtige die hiesige Kathedrale. Hier ist das bedeutendste frühchristliche Fußbodenmosaik Italiens aus dem 4.Jh. zu bewundern.
In der Kathedrale verlaufen über dem Boden aufgespannte Glasstege auf denen man laufen kann ohne die wertvollen Mosaike zu beschädigen.
Von hier aus biege ich vom Alpe Adria Radweg Richtung Osten nach Triest ab. Am Anfang geht es über Nebenstraßen und Feldwege, wirklich angenehm zu fahren. Durch Monfalcone fahre ich nur schnell durch, keine Zeit mehr. Danach befinde ich mich auf einer Straße wie ich es hasse. Verkehr ohne Ende, links und rechts über weite Abschnitte Leitplanken, so das keine Ausweichmöglichkeit besteht, und manche Italiener fahren wirklich wie die besengten Sauen.
Bis Triest geht es jetzt wieder stetig bergan, so das ich 250m über Triest ankomme und in Serpentinen auf die Stadt hinunter zurase, bei einem wirklich atemberaubenden Anblick von Meer und Stadt von hier oben. Obendrein gibts noch einen Regenbogen über Triest, ich liebe diese Stadt jetzt schon, was für ein Empfang. 70km sind es so dann doch noch heute geworden. In Triest radle ich noch den Hafenpier und die Hauptplätze ab. Mittlerweile geht die Sonne unter. Bis zum nächsten Campingplatz in Slovenien sinds noch ca. 20km, oder ich muß wieder 15km zurück, da war auch ein Camping. Da ich das nicht mehr vorm Dunkelwerden schaffe, beschließe ich mir hier etwas zu suchen.
Nach einer Irrfahrt durch die Innenstadtgassen, in denen es von italienischem Leben überschäumt, von Gästehaus zu Hotel zu Gästehaus, gelingt es mir endlich ein freies Zimmer in einem Hotel zu ergattern. Fragt nicht nach dem Preis.
Das Internet ist hier genauso grausam. Geschlagene 2 Stunden um in meinen Blogger Acount zu kommen. Das Hochladen ist eine Katastrophe, mittlerweile sind schon wieder 3Stunden um, Abendessen mittlerweile ausgefallen, Sorry die restlichen Bilder muß ich später nachliefern, ich bin mehr als genervt vom Internet hier und muß zumindest schlafen.