Samstag, 1. Oktober 2016

Donnerstag, 29.09.2016

Wasser, Wasser, Wasser, das so ein bißchen Wasser so begeistern kann. Um 9:00 Uhr breche ich heute zum Krka Nationalpark auf. Ich hab nur eine kurze Anfahrt von 4km, dann muß ich das Fahrrad stehen lassen, ab dem Eingang geht es nur noch zu Fuß weiter. Nach wenigen Metern stehe ich vor den berühmten Krka Wasserfällen, oder vielmehr vor dem unteren Teil der Wasserfälle. Jetzt am Morgen ist es touristenmäßig noch zu ertragen, das wird sich ändern.
Die Wasserfälle erstrecken sich über mehrere Stufen und sind wirklich eindrucksvoll und einfach schön. Im oberen Teil schließt sich ein Naturpfad über Holzstege durch das Feuchtbiotop an. Über all sprudelt das Wasser hier hervor. Fotomotive ohne Ende. An den Hotspots mit Blick auf die Wasserfälle drängeln sich die Touris. Selbstverständlich auch japanische Reisegruppen im Schnellknipsermodus.
Bis Mittag habe ich das Areal umrundet, mittlerweile ist es unerträglich voll von Touristen und ich sehe zu, das ich weiterkomme. Weit geht es heute aber nicht mehr, ich schraube mich noch die Serpentinen hinter dem Nationalpark hoch und der nächste Campingplatz ist meine. Heute ist Waschtag angesagt, nach den schweißtreibenden Aktivitäten der letzten Tage hilft auch kein weiteres Wühlen in meinen Packtaschen mehr, um noch vorzeigbare Sachen zu finden.
So erwische ich hier wieder einen kleineren Campingplatz, der aber glücklicherweise mit einer Waschmaschine bestückt ist.



Freitag, 30.09.2016

Ich komme erst um 10Uhr heute los. Die ersten 10km verlaufen relativ flach, danach wird es wieder hügelig. Bis Labin kämpfe ich mich wieder auf 450 Höhenmeter hoch. Dann geht es plötzlich rasant bergab in die Bucht von Split hinein. Der Blick bei der Schußfahrt in die Bucht ist wieder phantastisch. Ich komme in einem der Vororte von Split raus, Plano, und meine Höhenmeter sind wieder pfutsch. Bis Split selbst sind es noch 20km, die ich mich mit einer Autolavine zusammen durch die Vororte hier quäle. Abgase ohne Ende. Kurz vor Split wird aus der Staße eine Schnellstraße.
Dreispurig gehts hier mit einer verdammten Verkehrslavine nach Split rein. Fahrradfahrer scheints in dieser Stadt nicht zu geben, aber so bepackt wie ich bin, gehe ich vielleicht als Kleintransporter durch :). Hier Fahrrad fahren ist wirklich kein Spass. ich kämfe mich bis zur Altstadt durch. Das einzig sehenswerte von Split.
Die alten engen Gassen hier und der altrömische Diokletianpalast sind aber wirklich sehr sehenswert, ebenso die Hafenpromenade an der ich lang schlendere. Viel Zeit zur Besichtigung habe ich leider nicht, es ist mittlerweile früher abend und ich will noch zum Campingplatz raus, bevor es dunkel ist. Im Dämmerlicht geht es dann auf einer 3 spurigen Schnellstraße raus zum Campingplatz, hier rollt ein gottverdammter Verkehr und ich kann nur hoffen, nicht übersehen zu werden, wie die Autos mit über 100 an mir vorbeizischen. Ich bin heilfroh auf dem Camping angekommen zu sein.
Split ist für Fahrradfahrer wirklich denkbar unmöglich, in der ganzen Zeit in Split habe ich auch wirklich keinen einzigen anderen Radfahrer gesehen.
Der Campingplatz ist leider fast unmittelbar an der Schnellstraße gelegen, so das hier selbst abends noch ein Höllenlärm ist, ich muß hier morgen früh schleunigst weg....



Samstag, 01.10.2016

Ich mache mich heute früh so schnell wie möglich davon von dem lauten Campingplatz. Ich will nicht sagen, das der schlecht war, wie immer mit allem ausgestattet, aber die Schnellstraße nebenan ist für mich ein KO-Kriterium.
Auf eben dieser Schnellstraße gehts dann auch weiter, zum Glück nur 3km, dann biege ich dem Eurovelo 8 folgend ins Hinterland ein. Zuerst eine Wohltat weg von diesem Straßenungetüm. Aber das Hinterland ist bergig, nachdem ich mich auf 400 Höhenmeter hochgekämpft habe, geht es ständig  wieder hoch und runter. Nach 40km bin ich fix und foxi und beschließe den nächsten Abzweig bei Sestanovac Richtung Küstenstraße zu nehmen. Das bergige Hinterland hier ist wirklich sehenswert und schön, aber halt auch sehr anstrengend.
Auf dem Weg zur Küstenstraße lege ich eine unplanmäßige Mittagspause in einem Restaurant ein, nach den Bergen brauche ich eine Extrastärkung heute. Ich komme dann ca 150m über der Küstenstraße aus den Bergen heraus und mir bietet sich ein phantastisches Panorama auf die Adria und die Serpentinen zur Küstenstraße hinunter, wo ich auch gleich hinunterschieße.
Die Küstenstraße hier ist ein Traum. Der Verkehr ist erträglich und das Panorama beim Radeln unbeschreiblich schön. Wenn ich in den Bergen wegen dem ständigen Auf und Ab nicht so richtig vorwärts gekommen bin, so komme ich hier auch nicht viel schneller vorwärts, weil ich an jder Ecke anhalten muß, um das Panorama zu bewundern und Bilder zu schießen.
In Makarska biege ich von der Strecke ab, um mir die Altstadtgassen des Ortes anzuschauen. Auf der Hafenpromenade werde ich dann von einem älteren Herrn mit Roller angesprochen, ob ich nicht eine billige Unterkunft suche. Eigentlich bin ich erst 74 km bis hier geradelt, aber die Aussicht abends durch Makarska zu schlendern, reizt mich schon. So willige ich ein und bekomme ein winziges Halbkellerapartment, in das ich dann auch noch mein Fahrrad reinquetsche.
So geht es dann nach duschen zur blauen Stunde rein nach Makarska. Ich schlendere am Strand entlang. Die Abendluft ist hier immer noch sommerlich lau. Im Stadtpark sind unzählige beleuchtete Buden mit Souvenirs, T-Shirts und tausend kleinen Dingen aufgebaut. Es ist bloß keine Menscheseele mehr hier, so schlendere ich allein durch diese Souvenir-Geisterwelt.
Es ist außerhalb der Saison mittlerweile, auch wenn das Wetter was anderes sagt. Am Hafen wird es dann wieder belebt, hier konzentrieren sich die verbliebenen Touristenströme. Die Bars und Restaurants an der Hafenmeile sind gut besucht. Es herrscht eine schöne Endsommer Abendatmosphäre, die ich dann auch in einer Pizzeria hier ausklingen lasse.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen