Dienstag, 4. Oktober 2016

Sonntag, 02.10.2016

Heute morgen sitze ich schon 8 Uhr auf dem bepackten Rad, Frühstück spare ich mir erst mal. Es soll heute ab mittag Regen und Gewitter hier unten geben, ich will bis dahin noch so viele km wie möglich schaffen.
Der Himmel ist heute zugehangen. Im Süden brechen einzelne Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und geben ein phantastisches Bild ab. Bis Ploce ist es das übliche auf und ab auf der Küstenstraße, aber keine wirklich schlimmen Steigungen. Erschwert wird mir das Ganze heute durch einen böigen Wind, der einmal mir aus Süden entgegenfaucht, um mich im nächsten Moment von der Bergseite zurückgeworfen wieder von der Seite zu stützen. Hinter Ploce habe ich dann auf einmal ebenes Gelände, genau das richtige um schnell viele km zu machen. Hier stehen am Straßenrand überall Buden mit einheimischem Obst, was hier in der Tiefebene angebaut wird. Hinter Opuzen geht es dann steil bergauf und ich kämpfe mich wieder auf 200 Höhenmeter. Auf dem Kamm schlagen mir dann die ersten Regentropfen ins Gesicht. Wenig später bin ich mitten drin in der Regenwand und mir peitscht ein ein starker Wind entgegen, der das Abfahren schwierig macht. Bis Komarna kämpfe ich mich im Vollschutz noch durch, dort finde ich ein Restaurant mit Zimmerangebot am Straßenrand, in das ich mich flüchte.
Es ist 14 Uhr, 80km hab ich noch geschafft. Auf der überdachten Restaurantterasse lasse ich es mir gut gehen, mit Blick auf die regengepeitschte Bucht runter.
Für mich ist Schluß heute, wenn das Gewitter nachher losgeht, will ich nicht auf der Straße sein. Bis Dubrovnik sinds noch 70km, die sollte ich morgen locker schaffen.
Zum Abendbrot werde ich dann kurzerhand vom Gastwirt eingeladen, ich liebe die Gastfreundschaft hier, sowas passiert einem in Deutschland nie.



Montag, 03.10.2016

Um 10 Uhr bin ich heute wieder auf der Strecke. Die Wolken von gestern, sind alle verschwunden, wieder prächtigstes Radelwetter. Es geht die traumhafte Küstenstraße entlang, recht hügelig. 100m rauf, 100m runter immer wieder.
Kurz vor Dubrovnik ziehe ich bergauf an einem anderen Reiseradler vorbei. Auf der Bergkuppe warte ich auf ihn.
Ein Schweizer Reiseradler. Ich wußte doch, da hatte noch was gefehlt an meiner diesjährigen Radtour. Bei all meinen letzten Touren bin ich immer auf Schweizer Reiseradler getroffen, und da ist er Maxim aus der französich sprachigen Schweiz.
Er spricht jedoch auch sehr gut deutsch. Wir sind schnell im Gespräch und beschließen zusammen zum Campingplatz in Dubrovnik zu radeln.
Die Ankunft in Dubrovnik ist vielversprechend, es geht über eine Schrägseilbrücke über die Bucht nach Dubrovnik hinein.
Nach ca. 80km stehe ich auf dem Camping hier. Der Campingplatz ist nur halb so gut ausgestattet wie ich es bisher von Kroatien gewohnt bin, dafür aber doppelt so teuer. Was solls, Dubrovnik halt.
Nach Zeltaufbau und duschen, fahre ich mit Maxim zusammen, mittlerweile abends, zur Altstadt von Dubrovnik, welche noch 6,5km von hier weg ist. Als wir ankommen, setzt wieder strömender Regen ein.
Schnell flüchten wir uns auf die überdachte Terasse eines Restaurants direkt an der Burgmauer. Ich ordere 2 Radler und mir wird ein bißchen schlecht als ich den Preis beim bezahlen höre, dafür hätte ich normalerweise ein ganzes Menu dazu gekriegt.
Vorsicht vor der Altstadt also, Hammer Preise. Danach geht es durch das Stadttor nach Altdubrovnik (oder auch Kings Landing) rein. Wahnsinn, wennn nicht all die Touristen wären, würde man sich in einer anderen Zeit wähnen. Was für eine Pracht, die alten Gebäude sind alle hell angestrahlt. man kann sich gar nicht satt sehen.
Langsam schlendern wir durch die Straßen durch und auf der anderen Seite durch das gegenüberliegnde Stadttor in den alten Hafen.
Wow da gibt es morgen bei Tageslicht noch viel zu sehen, aber abends hier durchzuschlender hat schon ein ganz besonderes Flair.



Dienstag, 04.10.2016

Morgens verabschiede ich mich von Maxim, er will weiter Richtung Montenegro, Albanien, Griechenland... .
Er hat ein Jahr lang frei und weiß noch nicht so genau, wo es ihn hinverschlägt oder ob er überhaupt alles mit Fahrrad macht. Wahnsinn diese Schweizer, das scheint dort Volkssport zu sein, 1Jahr lang frei und Weltreise.
Ich suche mir erst mal ein gemütliches Cafe zum Frühstück (außerhalb der Altstadt, will ja mein Bankkonto nicht überziehen :)). Dann gehts wieder mit Fahrrad auf Entdeckungstour in die Altstadt.
Eigentlich müßte es nicht heißen Venedig sehen und sterben, sondern für mich Dubrovnik. Ich bin gebannt von der Altstadt, wo wenn nicht hier sollte man Game of Thrones drehen.
In den Gassen läuft mir auf einmal Maxim wieder über den Weg, so schnell kommt er von hier auch nicht los. Also laufen wir zusammen nochmal zum Hafen und genießen einfach die Atmosphere hier, bevor er sich dann auf den Weg macht.
Ich kaufe mir ein Ticket zur Besichtigung der Stadtmauer. Man kann so um die ganze Altstadt auf der Stadtmauer entlang laufen. Unbedingt empfehlenswert. Man kriegt wahnsinnig schöne Aussichten auf die Stadt von hier. Ich kann nicht aufhören Fotos zu schießen.
Das einzig nervige ist eine japanische Reisegruppe, die mir ständig zwischen den Beinen umherläuft.
So vergeht der Tag wie im Flug und ich fahre wieder zum Campingplatz raus. Pünktlich zum Sonnenuntergang bin ich am Strand und bewundere zum letzten Mal die untergehende Sonne über der Adria.

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